#ClimathonVienna 2018: Auftakt zum diesjährigen Climathon in Wien

Am 19. /20. Oktober fand in Wien der diesjährige Auftakt zur globalen Klimaschutz-Initiative „Climathon“ statt, bei der Menschen in über 100 Städten zusammenkommen, um 24 Stunden lang an Lösungen für lokale Klimawandel-Herausforderungen zu arbeiten. Die fünf Gewinnerprojekte werden mit Unterstützung der Stadt Wien, der EU-Innovationsschmiede EIT Climate-KIC und der Münchner Rückversicherung/ERGO weiterentwickelt.

„Es war eine tolle Erfahrung diesen positiven, konstruktiven Geist beim Climathon erlebt zu haben. Außergewöhnlich an diesem Format ist, dass man damit neue Leute erreicht, die vielleicht nicht ganz ursprünglich aus dem Energie- oder Klimabereich kommen: So entstehen neue Ideen!“

zeigte sich der Energieexperte und Moderator des „Climathon Vienna“, Georg Günsberg, vom Engagement der TeilnehmerInnen begeistert.

Der Climathon wurde von EIT Climate-KIC als 24-Stunden-Hackathon konzipiert, und hat sich in den vier Jahren seines Bestehens zu einer globalen Bewegung entwickelt, die BürgerInnen für den Klimaschutz sensibilisiert und Lösungsansätze für die einzigartigen Klimawandel-Herausforderungen in Städten liefert.

Innovative Lösungen für Wien

In Wien kamen dazu rund 70 EntrepreneurInnen, Studierende, ProgrammiererInnen und weitere kreative Köpfe mit privaten Sponsoren und VertreterInnen der Stadt zusammen, um unterstützt von Coaches und ExpertInnen an neuen Lösungen in den Bereichen Urbane Hotspots, Shared Mobility, Dezentralisiertes Energiesystem, Smarte NutzerInneneinbindung und Städtisches Regenwassermanagement zu arbeiten.

Die fünf Wiener „Challenges“ wurden von der für die Energieplanung der Stadt zuständigen Magistratsabteilung 20, der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22, dem Forschungskonsortium Aspern Smart City Research sowie der Versicherungsgruppe MunichRE und ERGO zur Verfügung gestellt. In Teams ritterten die TeilnehmerInnen um die besten Ideen und interessante Sachpreise in jeder Kategorie. Die Gewinnerteams erhalten nun die Möglichkeit, ihre Lösungsansätze gemeinsam mit den Challenge-Hosts weiterzuentwickeln.

#Climathon Vienna 2018: Gruppenfoto

#Climathon Vienna 2018

H(EIS)S: Sieger der CHALLENGE #1 – Hot Places in the City (Stadt Wien, MA 20)

H(EIS)S ist eine App, die der Stadt Wien eine Datenbank über die Hitze-Empfindungen der Bewohner zur Verfügung stellen möchte. Mittels eines Schiebereglers können die Nutzer Karten-basiert angeben, wie angenehm bis sehr unangenehm sie die Temperatur an einem Ort empfinden. Durch den Datenschatz soll die Stadt Wien lokale Lösungen gezielter anwenden können. Anreiz zur Nutzung der App ist ein Punkte-System für Freikugeln im lokalen Eissalon, als auch Hinweise zu nahegelegenen Eissalons, Brunnen oder Trinkwasserstellen. „Zum erstem Mal kühlt etwas Heißes die Stadt ab“ sagt die grüne Ökonomin Constanze Fetting aus dem Team „H(EIS)S“, das sich beim Climathon in Wien gefunden hat. Zusammen mit einer Geographin, einer Pädagogin, einem Wirtschaftsinformatiker und der Stadt Wien will sie an der Idee weiterarbeiten.

ENERGY TRANSFORMERS: Sieger der CHALLENGE #2 – Smart Consumer Participation (Aspern Smart City Research)

Welche Zielgruppe muss man ansprechen, um eine größtmögliche Zahl an Menschen zum Energiesparen anzuregen? „Kinder!“, dachte sich das Team „ENERGY TRANSFORMERS“ beim Climathon in Wien. Über ein spezielles Toolkit sollen Lehrer die Möglichkeit bekommen, ihre Schüler spielerisch mit dem Klimaschutz-Problem vertraut zu machen. „Je früher man das Bewusstsein für den eigenen Energiekonsum weckt, desto besser. Damit erreichen wir letztendlich auch die Familien und die älteren Generationen.“, sagt Adriana Bascone, die sich als Umweltmanagerin beim Climathon mit einer Marketing-Expertin und einem IT-Experten zusammengeschlossen hat. Eine zusätzliche App soll das Wissen auch zuhause weiter anreichern. Dazu möchte „ENERGY TRANSFORMES“ eine Erweiterung zur bestehenden App „Joulebug“ entwickeln.

TRIPLY: Sieger der CHALLENGE #3 – Shared Mobility (MunichRE und ERGO)

Viele junge Österreicher sind auf dem Land vom eigenen Auto (#klimaschädlich) oder Taxi (#teuer) abhängig, wenn sie zu einem Festival oder Konzert fahren möchten. Das möchte das Team rund um TRIPLY ändern. Mittels einer Software möchten sie es Veranstaltern ganz leicht machen, regionale Bus-Unternehmen in ihre Planungen einzuspannen. So ist es möglich, die Veranstaltungsbesucher mittels eines Shuttle-Service auf intelligente Art und Weise von und zu ihrem jeweiligen Dorf zu befördern, ohne hunderte Koordinations-Anrufe oder komplizierte Planungen tätigen zu müssen – vollautomatisiert. Die Idee dafür haben die jungen Männer aus der Höheren Technischen Lehranstalt in Leonding schon länger, dennoch war der Climathon für die Gruppe sehr wichtig, da sie hier den Raum gefunden haben, mit anderen an ihrer Software zu arbeiten und Rückmeldungen der Coaches in ihr Geschäftsmodell einzubauen: „Wir haben bis jetzt etwa 18t CO2 eingespart, in dem wir 13 Events betreut und 1600 Menschen bewegt haben. Mittels der beim Climathon gewonnenen Kontakte versuchen wir diese Zahl weiter zu erhöhen“, sagt Sebastian Tanzer von TRIPLY.

72HEAVEN: Sieger der CHALLENGE #4 – Decentralised Energy Systems (MunichRE und ERGO)

„Wir eröffnen die Teilnahme an der Energiewende für jeden“, sagt Niko Themeßl aus dem Climathon-Team 72HEAVEN (sprich „Seven to Heaven“). Die Gruppe kennt sich bereits aus dem Studiengang „Erneuerbare Urbane Energiesysteme“ der FH Technikum in Wien und hat sich in den 24 Stunden der Veranstaltung zum ersten Mal Zeit genommen, an einer gemeinsamen Idee zu basteln. Herausgekommen ist eine Idee zum Management erneuerbarer Energieproduktion in urbanen Gebieten. Dezentrale, private Energiequellen und Speicherbatterien sollen zu einem digitalen Kraftwerk zusammengeschlossen werden, mit dem 72HEAVEN an den Energiemarkt treten kann. Leistungsspitzen sollen mittels einer großen, zentralen Batterie zusätzlich abgefangen werden. Auch Nutzer ohne eigenes Solardach können sich in dieses digitale Kraftwerk einkaufen und werden gleichzeitig spielerisch mit einer App dazu motiviert, ihr Energieverhalten der aktuellen Energieerzeugung anzupassen. In einem Jahr sind die Ideengeber von „72HEAVEN“ mit Ihrem Master fertig und können sich vorstellen, auch nach dem Studienende ihre Idee voranzutreiben.

RIVERS AND ROADS: Sieger der CHALLENGE #5 – Urban Rain Water Management (Stadt Wien, MA 22)

Wie kann städtisches Regenwasser in Wien besser in natürliche Kreisläufe gebracht werden? Diesem Thema hat sich das Team „RIVERS AND ROADS“ gewidmet. Ihre Idee ist gleich ein ganzes Paket von einfachen hin zu komplexen Maßnahmen. Da wäre zum einem das schädliche Streusalz, welches über Regenwasser zu den städtischen Bäumen und anderen Pflanzen gelangt und diese schädigt. „Weniger Salz ist auch eine gute Diät für die Stadt“, sagt Iasmina Roman, die sich mit anderen Studentinnen aus verschiedenen Umwelt-Studiengängen für 24 Stunden zusammengesetzt hat. So schlägt die Gruppe vor, in der Kaffeestadt Wien einfach Kaffeesatz statt Salz zu streuen: Das hilft nicht nur genauso gut gegen Glatteis, sondern fördert zudem das Pflanzenwachstum. Sollte die Menge an lokalem Kaffeesatz oder anderen natürlichen Alternativen zu Streusalz nicht reichen, könnten dezentrale Elektrolyse-Sensoren mit Streusalz belastetes Wasser noch bevor es in die Kanalisation gelangt ableiten und lagern. Mini-Salinen auf städtischen Flachdächern könnten dieses Wasser im Sommer verdunsten lassen, das Salz vom Wasser trennen und gleichzeitig zur Abkühlung in der Stadt beitragen. Andere Maßnahmen betreffen die Wiener Infrastruktur: Diese muss Regenwasser leichter absickern lassen.

Die Stadt Wien ist begeistert von den drei Climathon-Teilnehmerinnen und wird versuchen, die Damen und ihre Ideen in konkrete Projekte zum Wiener Regenwassermanagement einzubinden.

Weiterführende Informationen

Details zum Climathon Vienna und zu den fünf Challenges:

https://climathon.climate-kic.org/de/vienna

#Climathon Vienna 2018: Foto-Collage

#Climathon Vienna 2018: Collage

Bilder: Martin Hesz / brainbows 

AutorIn: Redaktion

 
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